Der Ehering – Symbol für unendliche Liebe und Treue

Habt ihr schon mal eine Hochzeit ohne Ehering erlebt? Ich nicht! Oder nein, ich muss präziser sagen: Ich habe noch keine Hochzeit im christlich-abendländischen Kontext erlebt, in der sich Braut und Bräutigam keine Eheringe an die Finger gesteckt haben. (Denn im Islam z.B. ist der Brauch des Eherings nicht verbreitet.)

Es gibt ja so einige Traditionen, auf die das eine oder andere Brautpaar verzichtet. Seit es nicht mehr verpflichtend ist, Trauzeugen zu haben, höre ich zum Beispiel immer wieder von Brautpaaren, die tatsächlich ohne Trauzeugen heiraten. Und auch etliche andere Traditionen, die einst obligat waren, sind heute längst kein Muss mehr. Nicht so die Eheringe, scheint es!

Historisches

Die kreisrunde Form des Rings – ohne Anfang und Ende – ist das perfekte Symbol für Unendlichkeit und Beständigkeit. Also für unendliche Liebe und Treue. Schon im frühen Altertum wusste man diese Symbolik zu schätzen: Bereits im antiken Ägypten und zur Zeit der Römer trug man den Trauring am linken Ringfinger, geleitet von der Vorstellung, dass von diesem Finger eine Ader, die sogenannte Vena amoris (lat. für Liebesader), direkt zum Herzen führe. Damals war es allerdings üblich, dass nur die Frau einen Ring trug, und zwar als Zeichen der Bindung, aber auch als Zeichen dafür, dass die Frau einem bestimmten Mann gehörte. Denn Liebesheiraten waren damals nicht üblich; die Frau ging gewissermaßen in den Besitz des Mannes über.

Das ist heute glücklicherweise anders (von einigen traurigen Ausnahmen einmal abgesehen), aber der Brauch, einen Trauring am Ringfinger zu tragen, hat sich dennoch bis heute erhalten. In die christlichen Rituale hielt der Ehering im Mittelalter Einzug. Papst Nikolaus I., der im 9. Jahrhundert nach Christus gelebt hat, werden die Worte zugesprochen: „So wie der Ring kein Anfang und kein Ende hat, so soll die Beziehung des Paares und der Bund mit Gott ewig währen“. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde es üblich, dass beide Partner einen Ring trugen, und spätestens seit dem 13. Jahrhundert ist der Ringtausch ein unverzichtbares Ritual der kirchlichen Trauungszeremonie. Das christliche Symbol für die Ehe sind seither zwei ineinander geführte Ringe. Sie können nur getrennt werden, wenn einer davon gebrochen wird – „ …bis dass der Tod euch scheidet“, wie es im kirchlichen Zeremoniell ja heißt.

Und wie ist das mit der Gravur?

Auch der Brauch, ins Innere der Eheringe eine Gravur einzubringen, hat eine lange Tradition. Auf Ringen aus der Römerzeit hat man vielfach die Inschrift „Pignus amoris habes“ – das bedeutet „Du hast meiner Liebe Pfand“ – gefunden. Heute lässt man üblicherweise den Namen des Ehepartners und das Datum der Eheschließung eingravieren. Für alle, die das Außergewöhnliche schätzen: Wie wäre eine Gravur z.B. eines kurzen Zitats, eines Versprechens oder einer Liebesbotschaft? Besonders originell und persönlich: eine Gravur auf der Außenseite der beiden Ringe, die nur gemeinsam ein vollständiges Bild ergibt. Beispielsweise ein Herz, ein Schriftzug oder auch ein Unendlichkeitszeichen.

An welcher Hand trägt man eigentlich den Ehering?

In der Antike war es – wie oben schon erwähnt – üblich, den Ring an der linken Hand zu tragen. Dieser Brauch hat sich in den meisten Ländern der Welt bis heute bewahrt. In Deutschland, Österreich und auch einigen anderen Ländern trägt man den Ehering allerdings in der Regel rechts. Wodurch diese Sitte begründet ist, lässt sich nicht eindeutig klären – aber da es dazu ohnehin keine verbindlichen Vorschriften gibt, würde ich sagen: jeder nach seiner Fasson!

Übrigens …

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