Der Polterabend – ein zwangloses Vergnügen

Der Polterabend ist ein Brauch aus dem 16. Jahrhundert, bei dem man altes Porzellan, Keramik oder auch Steingut zu Bruch brachte. Ziel des Ganzen war die Vertreibung böser Geister, die für laute Geräusche angeblich nicht viel übrig hatten (siehe Silvester). Außerdem sollte zerschlagenes Geschirr Glück und viele Nachkommen bringen. Im Unterschied zum Junggesellen- und Junggesellinnenabschied feiert beim Polterabend das Brautpaar gemeinsam. Und auch die gemeinsame Entsorgung der Scherben symbolisiert den Zusammenhalt für das zukünftige gemeinsame Leben.

Wann wird gepoltert?

Traditionell findet der Polterabend am Abend vor der Trauung statt. Um nicht verkatert und übermüdet die Hochzeit anzutreten, hält sich heute nur noch sehr selten jemand an diese Tradition. Während man um 1600 noch durch die Straßen tobte, um viel Lärm zu verbreiten, findet der Polterabend heute in geschlossenen Räumen oder auf ein Areal begrenzt statt.

Wo und mit wem wird gepoltert?

In früheren Zeiten, als das Eheleben durch den Auszug der Tochter aus ihrem Elternhaus eingeleitet wurde, wurde der Polterabend vor dem Haus der Brauteltern begangen. Heute sind die Alternativen vielfältig: Wohnt das künftige Ehepaar bereits zusammen, bietet sich der eigene Garten als Location an. Teilweise werden auch Vereinsheime, Festsäle oder Restaurants gemietet (hier sollte man sich beim Geschirr etwas zurückhalten).
Anders als bei der Hochzeitsfeier gibt es häufig weder eine Gästeliste noch eine formelle Einladung. Ein kurzer Hinweis auf den Termin genügt meistens, um auch Gäste, die nicht zur Hochzeitsfeier eingeladen sind, an der Hochzeit teilhaben zu lassen.

Wie sieht es mit dem leiblichen Wohl aus?

Für Essen und Getränke sorgt das Brautpaar. Üblicherweise werden einfache und deftige Speisen gereicht. Suppe oder Wurst und Kartoffelsalat reichen völlig aus. Sie können sich natürlich auch von Ihren Bekannten helfen lassen und ein paar Salate in Auftrag geben. Zu den Getränken zählen vor allem Bier, Softdrinks und Spirituosen. Da die Anzahl der Gäste oftmals nicht bekannt ist, ist es sinnvoll, genügend Getränke auf Kommission zu kaufen, um die übrig gebliebenen Flaschen wieder zurückgeben zu können.

Achtung, Feuer!

So leger wie die Feier selbst ist auch der Dresscode. Vor allem das Brautpaar sollte darauf achten, keine neuen oder hochwertigen Kleidungsstücke zu tragen, da es vielerorts Sitte ist, die Hose des Bräutigams mit dem BH der Frau zu verbrennen.