Die Verlobung – Tradition und moderne ganz neu vereint

Verlobt man sich heute eigentlich noch? Streng genommen verlobt sich jedes Paar, das sich die Ehe verspricht und die Trauung beim Standesamt anmeldet. Wie viel Zeit zwischen dem Eheversprechen und der Hochzeit vergeht, spielt dabei keine Rolle. Während die Verlobung früher dazu diente, die Eheleute auf die bevorstehende Heirat vorzubereiten und die Allianz zwischen den Familien zu stärken, hat sie heute eher symbolischen Charakter. Rechtlich bindend ist sie in Deutschland nicht.

Ein Bund fürs Leben

Dennoch hat die Verlobung ihren ganz speziellen Reiz. Sie steht für das gegenseitige Versprechen, ein Leben lang füreinander da zu sein. Und das ist vor allem in Zeiten ständiger Job- und Wohnungswechsel besonders viel wert. Eine solche Bindung schafft Sicherheit und Vertrauen, weil sie für die Ewigkeit gedacht ist. Gleichzeitig ist die Verlobung aber auch eine Art Ehe auf Probe: Das Paar hat noch eine kleine Frist, bevor es vor den Traualtar tritt und sich das Jawort gibt. Diese Zeit kann unglaublich schön sein, weil die Partner gebunden und frei zugleich sind. Es ist die Zeit der Träume und Projekte. Wie soll die Hochzeit gefeiert werden, was kommt danach? Und nicht zuletzt steigert die Vorfreude auf die gemeinsame Zukunft das Gefühl der Verbundenheit.

Ja, wir wollen heiraten!

Wer sich heute die Ehe verspricht, kann dies zum Beispiel in Form von Grußkarten dem engeren Familien- und Freundeskreis mitteilen. Das ist aber längst kein Muss. Nicht selten werden Freunde und Verwandte unmittelbar über den Hochzeitstermin informiert, ohne dass zuvor eine Verlobung bekanntgegeben wurde. Doch auch wenn es sich bei der Verlobung um eine Tradition handelt, die aus der Zeit stammt, als die Ehe noch von den Eltern arrangiert wurde, halten viele Paare an dem romantischen Brauch fest und besiegeln das Eheversprechen mit einem Verlobungsring oder einer Feier im Kreis der Familie.

Die Rolle der Verwandten

Traditionell fand die Verlobungsfeier bei den Brauteltern statt oder wurde zumindest von diesen ausgerichtet. Heutzutage ist das anders, meist beteiligen sich beide Elternpaare an den Kosten der Feier. In jedem Fall bietet die Verlobung eine gute Gelegenheit, um die Familien miteinander bekannt zu machen, sofern dies noch nicht geschehen ist. Immerhin schließen nicht nur die Eheleute einen Bund fürs Leben, auch die Familien gehen spätestens mit der Hochzeit ein (angeheiratetes) Verwandtschaftsverhältnis ein. So ist die Verlobung auch ein willkommener Anlass, um die anstehende Hochzeit zu planen. Dazu gehört neben der Ernennung der Trauzeugen auch die Wahl des Hochzeitstermins, die Anmeldung beim Standesamt bzw. bei der Kirche sowie die Frage nach der Finanzierung. All diese Fragen sollten im Anschluss an die Verlobung angegangen werden, damit der Traum von der Ehe schließlich in Erfüllung gehen kann.

Die Frage aller Fragen

Der Heiratsantrag ist für viele Paare ein ganz besonderer Moment im gemeinsamen Leben, vielleicht sogar der schönste! Deshalb verdient er auch einen speziellen Rahmen, der die Romantik des Augenblicks unterstreicht. Ob im Urlaub unter Palmen, auf der Lieblingsbank im Park oder beim Dinner im Kerzenschein – ein Patentrezept gibt es nicht. Was zählt, sind allein die Gefühle, denn nichts ist schöner, als ein zu Tränen gerührter Partner, der um die Hand seiner/seines Liebsten anhält. Natürlich sind rote Rosen oder ein Verlobungsring die perfekten Zugaben für einen Heiratsantrag, aber es geht natürlich auch ohne. Den passenden Moment und die richtigen Worte zu finden ist tausendmal mehr wert als jedes Geschenk, so kostbar es auch sein mag!