Beata Torge Fotografie Trauringe

Der Ehering – Symbol der Verbundenheit oder nur reine Fessel?

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Heutzutage steht das Tragen eines Eheringes für viele Brautpaare außer Frage. Über viele Jahrhunderte hinweg ist der Akt des Ringtausches im Rahmen der Vermählung zu einer Tradition geworden, die viele nicht mehr missen möchten.  Aber worin liegt eben diese Tradition begründet und welche Symbolhaftigkeit verbirgt sich nun wirklich hinter dem Ehering?

Der Mythos der „Fessel“

Einige empfinden Eheringe als störend und fühlen sich durch das Tragen irgendwie unbehaglich. Bezeichnungen wie „aneinander gefesselt sein“ oder Ähnliches finden an dieser Stelle oft Erwähnung. Mit diesem Ausspruch hat man auch gar nicht so Unrecht, denn es gibt aus der Zeit der Höhlenmenschen eine Erzählung, welche die Herkunft des Verlobungsringes erläutern soll.  Demnach soll der Mann damals die auserkorene Zukünftige in seiner Höhle an Händen und Füßen gefesselt haben, damit sie nicht entkommen konnte. Nach gewisser Zeit der Vertrauensbildung und Eingewöhnung löste er die Fesseln, da sie nun freiwillig als seine Frau bleiben wollte. Als Fessel diente fortan nur noch ein winziges Stück Schnur, das der Braut ringartig um den Finger gewickelt wurde. In der Wissenschaft wird deshalb des Öfteren gemutmaßt, dass der Ring symbolhaft als Fessel für den Besitzanspruch des Mannes gegenüber der Frau gestanden hat.[1]

Der Verlobungsring als „Anzahlung“ auf die Hochzeit

Neben dem Ehering ist auch die Entstehungsgeschichte des Verlobungsringes ziemlich interessant. Anfänglich stellte der Verlobungsring nämlich mehr ein bindendes Versprechen, sogar eine Art „Anzahlung“ auf die bevorstehende Vermählung dar. Grund hierfür war ganz einfach, dass Eltern ihre Töchter finanziell gut versorgt wissen wollten. Somit stellte allein schon die Verlobung und die Übergabe des Verlobungsringes eine rechtskräftige Vereinbarung dar, die es zu halten galt. Diese Aussage steht ja ganz im Gegensatz zum heutigen Gebrauch, wo Verlobungen zwar auch als ein Versprechen für die Eheschließung angesehen werden, jedoch auch leicht wieder zu lösen sind.

Der Ring als Symbol der Verbundenheit und Unendlichkeit

Heute empfinden die meisten Ehepaare den edlen Schmuck an ihren Händen als ein Zeichen der Zusammengehörigkeit. Das zumeist gleiche oder ähnliche Design der Ringe beider Partner – sowohl für den Bräutigam als auch für die Braut – soll auf eine Verbundenheit zweier Seelen hinweisen. Die typische Kreis-Form ohne Anfang und Ende, so deuten viele es im Zusammenhang mit dem Thema Liebe, verkörpert die Unendlichkeit der immer währenden Liebe.

Rechte Hand, linke Hand – verschiedene Kulturen,  verschiedene Bräuche

Angefangen hat alles mit dem Verlobungsring, der bekanntlich als Gabe zum Eheversprechen an die zukünftige Braut überreicht wurde. Im 15. Jahrhundert begannen die ersten Ehepaare schließlich zwischen Verlobungs- und Ehering zu unterscheiden, indem sie das Design dementsprechend anpassten, und so entstand im Speziellen für  die Frau die allgemein bekannte Verzierung mit einem Edelstein in der Mitte des Verlobungsringes. In der heutigen Zeit spielen Farbe und auch der Preis eine wichtige Rolle, wenn es um die Wahl des perfekten Ringes geht. Im europäischen Kulturkreis darf es ganz schlicht mit einem weißen Edelstein sein. In anderen Kulturen geht es im Vergleich dazu etwas bunter, und auch um Einiges teurer zu. So ist es in den USA zum Beispiel üblich, dass der Verlobungsring einem Wert von drei Monatsgehältern des Mannes entspricht. [2]
Neben der Beschaffenheit der Ringe ist auch die Frage nach der Positionierung von erheblicher Bedeutung, denn dies ist auch von Kultur zu Kultur verschieden. In Deutschland trägt man den Verlobungsring links und die Eheringe finden sich demzufolge dann am rechten Ringfinger. Auch in Österreich, Polen und Norwegen ist dies üblich. Im Gegensatz dazu tragen die US-Amerikaner und Südeuropäer den Ehering an der linken Hand. Eben dies geht auf die Geschichte der Römer zurück. Sie glaubten an eine besondere Macht des linken Ringfingers, da von ihm aus eine Vene direkt zum Herzen führt und dies ja der Sage nach den Mittelpunkt jedweder Gefühlsempfindung darstellt.[3]

Das Material – klassische Goldlegierung, schlichtes Silber oder trendiges Platin?

Bei der Gestaltung und Verarbeitung der Eheringe sind dem Brautpaar eigentlich keine Grenzen gesetzt. Da Gold beispielsweise zu weich ist, wird dies zusammen mit anderen, härteren Metallen verarbeitet. Legierungen aus Gold sind wohl die beliebtesten. Viele Paare wählen Weißgold oder auch Rotgold als Material für ihre Trauringe aus. Typisch sind Legierungen bestehend aus 18 Karat Gold, wobei von 1000 Teilen Metall 750 Stück reines Gold ausmachen.

Aber auch Silber oder gar eine Mischung aus Gold und Silber scheint sich aufgrund des schlichten Erscheinungsbildes immer größerer Beliebtheit zu erfreuen. Als das reinste  Schmuckmetall liegt Platin mit 950 von 1000 Teilen noch Gold und Silber und ist daher voll im Trend bei der Anfertigung von Eheringen.[4]


Fotografie: © Beata Torge

[1] Quelle: Beitrag auf www.partnerringe.de (Zugriff: 19.08.2013)

[2] Quelle: Beitrag auf www.magazin.traumhochzeit.com (Zugriff: 19.08.2013)

[3] Quelle: Beitrag auf www.brautbox.de (Zugriff: 20.08.2013)

[4] Quelle: Beitrag auf www.weddix.de (Zugriff: 26.08.2013)

[/vc_column_text][vc_separator type=“space“ height=“50″][/vc_column][/vc_row]