Kleiner Knigge für die Eltern des Brautpaars

Die Hochzeit des eigenen Kindes ist sicher einer der bewegendsten Momente im Leben der Eltern: Nun ist die Tochter oder der Sohn endgültig erwachsen und bekundet ganz offiziell seinen neuen emotionalen Lebensmittelpunkt. Auch sie sind also am Tag der Hochzeit meistens ziemlich aufgeregt. Da ist es natürlich hilfreich, sich Gedanken über seine Rolle als Eltern des Brautpaars zu machen und sich vorzubereiten.

Die Eltern des Brautpaars früher ….

Früher spielten die Eltern des Brautpaares eine zentrale Rolle bei der Hochzeit ihrer Kinder. Nicht zuletzt musste der Bräutigam seinerzeit bei den Eltern der Braut um die Hand ihrer Tochter anhalten! Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei, aber bis heute haben sich einige Rituale erhalten, die gern und oft berücksichtigt werden.

… und heute

Dabei agieren die Mütter traditionell als gute Geister im Hintergrund: Sie sehen beim Ablauf der Feierlichkeiten nach dem Rechten und halten dem Brautpaar in Bezug auf organisatorische Dinge den Rücken frei.

Auch heute noch bedeutet es vielen Bräuten sehr viel, sich von ihrem Vater zum Altar führen zu lassen – ein sehr bewegender, symbolträchtiger Moment, mit dem der Vater seine Tochter in ihre neue Familie verabschiedet. Darüber hinaus ist es bei vielen Hochzeiten üblich, dass Vater und/oder Mutter eine Rede halten, meist während des Hochzeitsmenüs zwischen der Vorspeise und dem ersten Gang. Und dann natürlich der Hochzeitstanz: Traditionell tanzt der Vater der Braut nach dem Eröffnungswalzer des Brautpaares mit seiner Tochter.

All das ist natürlich keineswegs in Stein gemeißelt, heutzutage gelten schließlich längst nicht mehr die starren Traditionen und Rituale von anno dazumal. Aber die Brauteltern können sich darauf verlassen, dass sie bei der Hochzeit ihrer Kinder viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden. Spätestens auf den Hochzeitsfotos werden sie sich nicht mehr verstecken können. Deshalb sollten sie bei der Wahl ihres Outfits große Sorgfalt walten lassen.

Wahl des Outfits

Es empfiehlt sich, sich vor dem Kleiderkauf mit dem Brautpaar zu besprechen und in Erfahrung zu bringen, in welchem Stil der Hochzeitstag geplant ist. Dann kann man sich bei der Wahl des Outfits daran orientieren. Wichtig ist, dass die Eltern dem Brautpaar mit ihrer Kleidung nicht die „Show“ stehlen: Was die Eltern tragen, sollte nicht edler oder aufwändiger wirken als das Outfit des Brautpaares. Berücksichtigen sollte man auch ein gegebenenfalls vorhandenes finanzielles Gefälle zwischen den beiden Elternpaaren: Dem besser situierten Paar ist zu raten, sich dezent zu kleiden, um die Eltern des zukünftigen Schwiegerkindes nicht zu beschämen.

Insbesondere die Mütter von Braut und Bräutigam sollten – wie im Übrigen alle weiblichen Hochzeitsgäste – wissen, dass zwei Farben für ihr Outfit tabu sind: schwarz und weiß. Die Farbe Weiß (inklusive der Spielarten crème und elfenbein) ist natürlich der Braut vorbehalten. Schwarz trägt man traditionell auf Trauerfeiern – auch das ist also für Hochzeiten nicht so passend. Wenn man sich für dezente Farben entscheidet, ist man auf der sicheren Seite!

Für die Väter des Brautpaars (und für alle anderen männlichen Gäste) ist ein schwarzer Anzug hingegen durchaus in Ordnung. Allerdings empfiehlt es sich, ihn mit einigen „freundlichen“ Akzenten zu kombinieren, um sich deutlich von einem Beerdigungsoutfit zu distanzieren. Sprich: am besten ein hellblaues oder auch hellrosafarbenes Hemd (nicht weiß!) unterm Sakko tragen. Dazu eine Krawatte in passender Farbe, gern mit dezentem (!) Muster, und vielleicht noch ein farblich angepasstes Einstecktuch. Mit einem dunkelblauen, braunen oder grauen Anzug macht man auch nichts falsch. Dazu darf es dann ruhig auch ein weißes Hemd sein.