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Hochzeitsbräuche – Wieso wird mit Reis geworfen?

„Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß“, das sang schon Roy Black im Jahr 1966 und noch immer scheint diese Szenerie für viele der Inbegriff einer romantischen Hochzeit zu sein. Tatsächlich haben heiratswillige Paaren heutzutage jedoch häufig die Qual der Wahl: Heiraten am Strand, auf hoher See, auf einem Schloss oder auch einem Weingut, alles ist möglich. Und doch stehen trotz der glamourösen Konkurrenz viele traditionelle Hochzeitsbräuche immer noch hoch im Kurs. Wir möchten Ihnen Ursprung und Bedeutung der beliebtesten Bräuche etwas genauer vorstellen.

Scherben bringen Glück?

… das gilt auch für den Abend vor der Hochzeit. Schon zu vorchristlichen Zeiten war das Zerschlagen von Steingut und Porzellan ein fester Ritus und galt als wirksame Methode, um böse Geister zu vertreiben. Während der Polterabend anfänglich auf den Straßen zelebriert wurde, führte die höllische Lärmbelästigung schließlich dazu, dass man das Ritual in die eigenen vier Wände verlegte. Hier bürgerte sich die rustikale Feier am Vorabend der Hochzeit schließlich als feste Tradition ein. Neben dem Fernhalten negativer Einflüsse vom Brautpaar wird dem geräuschvollen Brauch auch eine positive Wirkung auf die Anzahl der Nachkommenschaft nachgesagt. Wichtig ist jedoch, dass das Brautpaar die Scherben im Anschluss gemeinsam zusammenkehrt – als Zeichen für das Schreiten in eine gemeinsame Zukunft.

Reis werfen

Auch der Reisregen nach überstandener Zeremonie gilt als Zeichen der Fruchtbarkeit und ist ebenso traditionsbehaftet wie der Polterabend. Das Bestreuen der frisch Vermählten mit den Körnern soll in den folgenden Ehejahren für Glück, Wohlstand und vor allem reichlich Familienzuwachs sorgen. Heutzutage wird der Brauch jedoch häufig leicht abgewandelt und das Brautpaar, alternativ zu den harten Reiskörnern, mit Rosenblättern, Blumen oder Konfetti bestreut. Auch das Aufsteigenlassen von Luftballons ist sehr beliebt und soll die guten Wünsche der Hochzeitsgäste an das Paar symbolisieren.

Einen Baumstamm zersägen

Einsatz vom Brautpaar hingegen fordert ein Hochzeitsbrauch, der bereits vor hunderten von Jahren die erste Bewährungsprobe für frisch verheiratete Paare darstellte: das Baumstammsägen. Mit einer großen Handsäge ausgestattet müssen Mann und Frau meist auf der Hochzeitsfeier zur Tat schreiten und in gemeinsamer Handarbeit einen dicken Holzstamm zersägen. Nur durch abwechselndes Drücken und Ziehen mit der Säge kann die Aufgabe erfolgreich bewältigt werden. Erfolgreiches Sägen steht somit symbolisch für den Beweis, dass das Ehepaar zukünftige Herausforderungen gemeinsam meistern wird.

Brautstrauß werfen

Auch der Brautstrauß dient nicht nur als schmuckvolles Accessoire der Braut, sondern hat zudem hohen symbolischen Wert. Traditionell ist es Aufgabe des Mannes, der Gattin in spe den Blumenstrauß zusammenzustellen und vor der Zeremonie zu überreichen. Diese darf die Blumen jedoch nur für die Zeit der Trauung verwahren, denn im Anschluss steht ein Höhepunkt jeder Hochzeit an: der Brautstraußwurf. Großes Gedränge herrscht meist, wenn die Braut am Ende der Hochzeitszeremonie, den Rücken ihren Gästen zugewandt, den Brautstrauß in die Menge wirft. Die Fängerin (denn häufig reißen sich die weiblichen Gäste darum) erwartet eine verheißungsvolle Zukunft: Sie ist der Legende nach die Nächste, die vor den Traualtar schreitet.