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Hochzeitsfotos: das steife Grauen oder pures Vergnügen

Das klassische Hochzeitsfoto zeigt das glückliche, frisch vermählte Paar in einer Pose, die Verbundenheit und Zuneigung ausdrückt. Beide lächeln schüchtern, aber glücklich in die Kamera, umgeben von grüner Landschaft. Diese Bilder sind wunderschön, klassisch und, um die Wahrheit zu sagen, auch schrecklich langweilig. Zudem wirkt das Ganze oft sehr inszeniert und wird spätestens beim dritten Durchblättern des Hochzeitsalbums sterbenslangweilig.

Auch bei Gruppenbildern, die von einem traditionsbewussten Fotografen aufgenommen werden, kann schnell der Eindruck eines unfreiwilligen Klassenfotos entstehen: Der Erste blinzelt, der Zweite macht dem Vordermann Hasenohren und der Dritte wendet sich gerade nach hinten.
Um diesen Traditionen entgegenzuwirken, finden Sie hier einige Ideen, um Ihren Hochzeitsfotos den ganz besonderen Touch zu verleihen.

Umgebung und Ausstattung

Wer den traditionellen Hochzeitbildern nicht ganz abschwören, seine Kinder und Enkel aber auch nicht zu Tode langweilen möchte, kann mit einfachen Mitteln seine Fotos interessanter gestalten. Der erste Schritt in Richtung „originelle Hochzeitsfotos“ ist ein interessanter Hintergrund. Ein Pärchen vor einem schönen Baum oder Wald ist beispielsweise nicht halb so interessant wie dasselbe Pärchen vor einer bunten Graffitiwand, einer Ruine oder Baustelle.
Unerwartete Elemente in bekannten Motiven können oft Wunder in der Bildwirkung erzielen. Auch andere Kamerawinkel können das Bild interessanter gestalten. Bilder auf Augenhöhe sind langweilig und vorhersehbar. Von unten, oben, weit weg oder ganz nah lassen sich tolle Effekte auf den Hochzeitsfotos erzielen.

Wer etwas mutiger ist und für seine Hochzeitsbilder auch einen oder zwei Lacher kassieren möchte, kann auch mit der Bedeutung der Personen „Braut“, „Bräutigam oder „Brautleute“ spielen. Dabei ist es wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Benehmen Sie sich auf den Bildern, wie Sie es sonst auch tun würden. Stellen Sie alltägliche Situationen nach: Den Barbesuch mit Freunden und Bier, einen Spaziergang mit Sonnenbrille und Eis oder einen schneller Burger im Fastfood-Restaurant – nur dass Sie heute Anzug und Brautkleid tragen. Je weniger Sie sich wie Braut und Bräutigam fühlen, desto schöner und lustiger werden die außergewöhnlichen Hochzeitsfotos. Scheuen Sie sich dabei nicht auch ungewöhnliche Orte aufzusuchen und seltsame Posen einzunehmen. Dadurch werden die Fotos nur lebendiger und machen mehr Spaß beim Angucken.
Auch durch das Einbringen von weiteren Accessoires können Bilder aufgepeppt werden: Das Brautpaar in Gummistiefeln oder mit falschem Schnauzbart oder die Trauzeugen als Sicherheitsleute mit Headset und Sonnenbrille, die das junge Ehepaar in Handschellen abführen, werden sicher für Spaß beim Einkleben der Hochzeitsbilder sorgen.

Trash the Dress

Ein Trend, der der Braut in vielen Fällen das Herz brechen drüfte, aber für tolle Fotos sorgt, ist „Trash the Dress“. Nach einem Fotoshooting mit diesem Motto darf man nicht darauf hoffen, das Kleid noch bei eBay verkaufen zu können, denn meistens ist danach nicht einmal mehr zu erkennen, dass es sich dabei um ein Hochzeitskleid handelt. Bei „Trash the Dress“ geht es nämlich darum, sich mit dem Kleid an Orte und in Situationen zu begeben, für die die weiße Pracht nicht gedacht ist: Durch Pfützen springen, baden gehen, Autos reparieren und sich im Dreck wälzen sind nur ein paar der vielfältigen Methoden, um das Kleid auf möglichst kreative Weise zu trashen und dabei tolle Fotos zu schießen.

Aliens und Superhelden

Wer komplett verrückte Hochzeitsbilder will, sollte nicht nur einen professionellen Fotografen engagieren, der viel Spaß versteht, sondern auch jemanden kennen, der mit Bildbearbeitungsprogrammen umgehen kann. So kann Ihre Hochzeitsfeier – zumindest wenn man dem Hochzeitsalbum glaubt – plötzlich platzen, weil ein Dinosaurier hereinschaut oder sich der Bräutigam als Alien entpuppt. Vielleicht tut sich auch plötzlich ein Riss in der Erde auf oder die Braut wird zu einem Riesen. Überlegen Sie sich vorher, welche Motive und Effekte später im Bild hinzugefügt werden sollen, um die Posen und Aktionen der Teilnehmer im Foto vorher genau abzustimmen. So lassen sich tolle Effekte erzielen, die durch reine Fotografie nicht zu erreichen sind.
Besonders bei Gruppenfotos ist die Bildbearbeitung eine kreative Methode, um das Ganze ein wenig aufzulockern. Wer nicht die Mittel dazu hat, kann bei Gruppenfotos auf andere kreative Ideen zurückgreifen. Beliebt ist beispielsweise die Darstellung von bekannten Personengruppen (z. B. das letzte Abendmahl) oder Charakteren. Aber auch mit Perspektiven und synchronen Posen lassen sich tolle Effekte erzielen.
Die Art der Hochzeitsfotos hängt oft von dem Alter des Brautpaares ab. Junge Leute und Junggebliebene, die heute heiraten, nehmen die ganze Sache nicht mehr so ernst, wie es noch ihre Großeltern taten. Spaß gehört an dem Tag und bei den Fotos dazu. Damit man das auch sieht, ist die Wahl des richtigen Fotografen entscheidend, denn Kreativität und Spontaneität gehören leider nicht bei jedem Fotografen zwangsläufig zum Repertoire. Einige sind sehr festgefahren und machen nur Fotos im traditionellen Sinne. Um diesen langweiligen Traditionen auszuweichen, sollte man sich vorher genau mit dem Fotografen über das abstimmen, was erwartet wird, um am Ende nicht enttäuscht zu werden. Auch das Einbringen von eigenen Ideen kann helfen, denn letztlich bleiben Jahre nach der Hochzeit nur die Fotos und hoffentlich die Liebe.
Tipps zum Finden des richtigen Hochzeitsfotografen finden Sie auch bei Cecile.


Bilder:
Braut mit roten Gummistiefeln – © afitz – Fotolia.com
Braut und Bräutigam im Pub – © Beata Torge Hochzeitsfotografie
Braut und Bräutigam im Wasser – © Depositphotos.com/dundanim