Im Namen der Liebe: Namensrecht in Deutschland

„Er gehört zu mir wie mein Name an der Tür …“
So sang Marianne Rosenberg einst. Und so soll es auch sein, wenn man heiraten möchte. Fragt sich nur: Welcher Name soll nach der Hochzeit an der Tür stehen?

Keine einfache Entscheidung, denn bei der Wahl des Nachnamens gibt es mehrere Optionen. Um für euch ein bisschen Licht in den Gesetzesdschungel zu bringen, haben wir mal die rechtlichen Bestimmungen zusammengestellt, die in Deutschland aktuell gelten. Geregelt sind diese Dinge übrigens in § 1355 BGB.

Der klassische Fall: ein gemeinsamer Familienname

Diese Variante ist nach wie vor weit verbreitet. Und das trotz verschiedener Optionen, die es seit der Einführung des neuen Familiennamensrechtgesetzes 1994 gibt. Über zwei Drittel der Paare entscheiden sich nach wie vor für einen gemeinsamen Nachnamen – meist noch immer für den Namen des Mannes.

  • Thomas Schmitz und Stefanie Meyer können demnach als Ehepaar Thomas und Stefanie Meyer oder Thomas und Stefanie Schmitz heißen.

Kompromiss Nummer 1: der Doppelname

Wenn ihr beide nicht auf euren Nachnamen verzichten möchtet, kann einer von euch einen Doppelnamen annehmen. Das bedeutet, dass eine(r) von euch seinen/ihren Namen unverändert behält. Dies wird dann der Familienname, den auch gemeinsame Kinder tragen werden. Der oder die andere verbindet den Nachnamen des Partners durch einen Bindestrich mit seinem bzw. ihrem eigenen Namen. Bei unserem Beispielpaar ergeben sich dadurch folgende Möglichkeiten:

  • Thomas Schmitz und Stefanie Meyer-Schmitz
  • Thomas Schmitz und Stefanie Schmitz-Meyer
  • Thomas Schmitz-Meyer und Stefanie Meyer
  • Thomas Meyer-Schmitz und Stefanie Meyer

Einen Doppelnamen zum Familiennamen für beide Partner zu bestimmen, ist in Deutschland nicht möglich. Das kann sich nur durch besondere Umstände ergeben. Nämlich wenn einer der beiden Partner bereits einen Doppelnamen trägt und der oder die andere diesen Doppelnamen annimmt – dafür aber komplett auf seinen oder ihren Geburtsnamen verzichtet. Eine Aneinanderreihung von mehr als zwei Nachnamen ist nicht zulässig.

Nicht jeder Träger eines Doppelnamens verwendet ihn im Alltag. Das habt ihr sicher auch schon beobachtet, oder? Viele lassen sich trotz des Doppelnamens nur mit einem Namen ansprechen und unterschreiben im privaten Kontext auch nur mit einem Namen. Den Doppelnamen muss man lediglich im behördlichen Kontext zwingend verwenden.

Wenn ihr euch für einen Doppelnamen entscheidet, empfehle ich euch, genau zu überlegen, in welcher Zusammensetzung die Namen am besten klingen.

Kompromiss Nummer 2: Jeder behält seinen Namen

Auch das ist eine Möglichkeit: Jeder bleibt bei seinem Namen und man verzichtet auf einen gemeinsamen Ehenamen. Diese Variante ist vor allem für die unter euch interessant, die mit ihrem Namen schon eine gewisse Bekanntheit erreicht haben. Sei es als Selbstständige(r), als Wissenschaftler(in) oder als Prominente(r). In diesem Fall muss nur eine Regelung her für mögliche gemeinsame Kinder. Der Nachname, der dem ersten Kind zugedacht wird, ist auch bindend für alle weiteren Kinder. Wer später dann nicht mehr glücklich ist mit den verschiedenen Namen, kann jederzeit auch nach der Eheschließung noch einen gemeinsamen Familiennamen bestimmen. Wenn Kinder da sind, sollte das natürlich naheliegenderweise der Name sein, den auch sie tragen.

Besonderheiten

Wenn eine Ehe durch Scheidung oder Tod aufgelöst wird, hat der geschiedene oder verwitwete Partner drei Möglichkeiten. Er kann

  • den Ehenamen behalten,
  • den eigenen Geburtsnamen oder den Namen, den er bis zur Eheschließung geführt hat, wieder annehmen oder
  • den Ehenamen mit seinem Geburtsnamen oder dem zuvor geführten Namen ergänzen.

Wenn einer von euch schon mal verheiratet war und sich für Möglichkeit 1 entschieden hat, sprich: noch den Namen des geschiedenen oder verstorbenen Partners trägt, könnt ihr auch diesen Namen als Ehenamen bestimmen – sei es in Form eines gemeinsamen Namens oder als Doppelname.

Wie auch immer ihr euch entscheidet: Es ist eine Entscheidung mit einer großen Tragweite, die viel mit eurer Identität zu tun hat. Lasst euch also Zeit und denkt in aller Ruhe darüber nach!

Übrigens: Auf dem Standesamt unterschreibt ihr am Tag der Trauung bereits mit eurem ausgewählten Namen. Am besten also vorher die neue Unterschrift üben.