Ehe für alle!

Seit dem 1. Oktober 2017 ist die Ehe in Deutschland endlich für alle da. Ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau – sie alle dürfen heiraten und ihre Liebe öffentlich dokumentieren. Mit allen damit einhergehenden Rechten und Pflichten. Ein längst überfälliger, wichtiger Meilenstein für unsere Gesellschaft im Allgemeinen und für alle heiratswilligen gleichgeschlechtlichen Paare im Besonderen. In § 1353 BGB heißt es seither:

„Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“

Liebe Queer-Paare, einer standesamtlichen Eheschließung steht für euch in Deutschland also nichts mehr im Wege! Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat keine Einwände gegen die Ehe für alle. In mehreren evangelischen Landeskirchen könnt ihr euch segnen lassen (was einer Trauung nahe kommt). In der katholischen Kirche geht das bislang leider noch nicht. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit einer freien Trauung, mit der ihr eure Wünsche wahr werden lassen könnt. Lest dazu auch unseren Blog-Beitrag über freie Trauungen – hier findet ihr hilfreiche Tipps.

Wir bei Cecile freuen uns in jedem Fall, wenn wir zwei Bräuten oder Bräutigamen zum perfekten Outfit für ihre Regenbogenhochzeit verhelfen dürfen.

Hier haben wir ein paar Fakten über die gleichgeschlechtliche Ehe für euch zusammengetragen.

Historisches

Geradezu verstörend: Bis 1969 war gleichgeschlechtlicher sexueller Verkehr in Deutschland strafbar und wurde verfolgt. Ab 1969 änderte sich das sukzessive: Zunächst ab einem Alter von 21, später ab 18 wurde gleichgeschlechtlicher Sex legalisiert. Aber erst 1994 hat man das sogenannte „Schutzalter“ für Homo- und Heterosexuelle vereinheitlicht.

Ein Meilenstein dann 2001: Der Bundestag verabschiedet das Lebenspartnerschaftsgesetz. Es ermöglichte gleichgeschlechtlichen Paaren, eine eheähnliche, rechtskräftige Verbindung einzugehen, und sicherte ihnen ähnliche Rechte wie heterosexuellen Ehepaaren zu. Zum Beispiel die Option auf einen gemeinsamen Namen, bestimmte Versorgungsregelungen bei Trennung oder Tod und das Besuchsrecht in Krankenhäusern. Aber es blieben Benachteiligungen gegenüber der herkömmlichen Ehe bestehen. Zum Beispiel war es „verpartnerten“ gleichgeschlechtlichen Paaren nicht erlaubt, gemeinsam ein Kind zu adoptieren.

Seit dem 1. Oktober 2017 ist das alles Vergangenheit. Mit der Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches, für die Schwulenverbände lange gekämpft haben und über die hitzig und kontrovers diskutiert wurde, sind gleichgeschlechtliche Ehen der herkömmlichen Hetero-Ehe rechtlich gleichgestellt. Mit allen Rechten und Pflichten. Das Adoptionsrecht inbegriffen.

Wichtig zu wissen

Aus schon bestehenden eingetragenen Lebenspartnerschaften wird nicht automatisch eine Ehe. Wenn ihr eure Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln möchtet, müsst ihr das persönlich und gemeinsam beim Standesamt erklären. Eine tolle Gelegenheit für eine weitere Feier, oder?

Natürlich könnt ihr eure Lebenspartnerschaft auch einfach weiterführen; neue Lebenspartnerschaften können jedoch nicht geschlossen werden.

Unser Tipp für eure Hochzeit: Seid kreativ!

Schert euch nicht um Traditionen und Konventionen und macht euer Ding. Damit euer großer Tag wirklich EUCH gehört.